Wissower Klinken: trotz Abbruch noch immer ein beliebtes Ausflugsziel

Lange Jahre galten sie als Wahrzeichen und eindrucksvollstes Naturschauspiel auf der Insel Rügen: die Wissower Klinken, die mit ihrer bizarren Silhouette ein wahrhaft einzigartiger Anblick waren. Die atemberaubende Kreidefelsen-Formation zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl war jedes Jahr Anziehungspunkt für unzählige Touristen aus der ganzen Welt. Spektakulär ist die Kulisse immer noch, auch wenn sich vor einigen Jahren von einem Tag auf den anderen praktisch alles verändert hat.

Wahrzeichen der Halbinsel Jasmund – Die Wissower Klinken

Es war der 24. Februar 2005, ein kalter und unangenehmer Wintertag: Von Fachleuten zwar erwartet, aber dennoch auch urplötzlich, stürzten die imposanten Hauptzinnen, die zu diesem Zeitpunkt noch bis zu 20 Meter hoch waren, in die eiskalten Fluten der Ostsee.

Insgesamt stürzten 50.000 Kubikmeter in Richtung Strand. Als Ursache für den gewaltigen Abbruch gilt neben der starken Meeresbrandung der enorme Druck aus dem Landesinneren, der auf eiszeitliche Ablagerungen zurückzuführen ist. Als dann auch noch Tauwetter einsetzte, gab es nach dem erneuten Gefrieren von Niederschlag kein Halten mehr: Wie bei einer Sprengung sorgte das gefrierende Wasser für den explosionsartigen Abbruch.

Die Kreidefelsen "Wissower Klinken" im Jahre 2011. Foto: Klugschnacker / wikipedia.de

Die Kreidefelsen „Wissower Klinken“ im Jahre 2011. Foto: Klugschnacker / wikipedia.de

Optisch haben sich die Wissower Klinken seitdem natürlich stark verändert, geblieben ist aber die atemberaubende Faszination, die dieser Küstenabschnitt vor allem auf Feriengäste ausübt. Ob Wanderer, Naturfreunde oder Hobbyfotografen: Noch immer pilgern zahlreiche Urlauber zu dem ehemaligen Wahrzeichen der Insel Rügen. Wer die Wissower Klinken besuchen möchte, sollte allerdings einen kleinen Spaziergang einplanen, denn mit dem Auto sind sie nicht zu erreichen. Stattdessen benutzen Ausflügler einen wunderschönen Wanderweg, der auf einer Länge von drei Kilometern durch herrliche Buchenwälder bis zu den Felsen führt.

Übrigens: Noch immer nehmen viele Kunstfreunde an, dass der Maler Caspar David Friedrich die Klinken als Vorlage für sein berühmtes Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ nahm. Erwiesenermaßen stimmt dies aber nicht! Als das Gemälde entstand, gab es dieses Naturschauspiel noch gar nicht, erosionsbedingt entstand es erst später. Nun sind die Wissower Klinken zwar zu einem großen Teil verschwunden, trotzdem übt der wildromantische Ort noch immer eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus.

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