Stralsund Teil 2 von 3 – Sehenswerte Bauten

Sankt Marienkirche in Stralsund

Das Stralsunder Rathaus gilt als eins der bedeutendsten Profanbauten des Ostseeraumes. Das Gebäude wurde im 13. Jahrhundert erbaut und ist somit eines der frühesten entstandenen Bauwerke in der Stadt. Am Anfang wurde es als Kaufhaus genutzt. Das Vier-Flügel-Bauwerk erstreckt sich über eine Kantenlänge von 30 und 60 Meter entlang und bot 40 Geschäften im Inneren des Gebäudes Platz. Im 14. Jahrhundert wurde das Rathaus mehrmals baulich vergrößert. Das brachte eine wechselvolle Vergangenheit mit sich,  ab dem Jahre 2000 ist es möglich das Bauwerk saniert zu bestaunen.

Gebäude in Stralsund als Zeitzeugen

Das Wulflamhaus ist ebenfalls eins der ältesten Bürgerhäuser aus dem 14. Jahrhundert, der spezielle Baustil entstand zur Zeit der Backsteingotik. Das Gebäude befindet sich am Altmark gegenüber dem oben genannten Rathaus. Einst ließ sich der Bürgermeister von Stralsund dieses prachtvolle und schlossartige Haus als Wohnsitz erbauen. Es ging mal wieder um Macht und Prestige, die jeder sehen sollte.

Über der Diele befindet sich ein ein riesiger Saal, in denen politische Entscheidungen getroffen und unzählige Feiern veranstaltet wurden. Einen kunstvoll verzierten Pfeilergibel besitzt dieses Haus ebenfalls, einige Kemladen – dies ist eine andere  Bezeichnung für ein turmartiges, hölzernes Wohngebäude – sowie mehrere Speicherböden. Auf dem Hof des Hauses befindet sich ein Brauhaus, der Eigentümer hatte es schon damals als Bierbrauerei genutzt. Das Gebäude wurde nach dem  Jahre 1927/1928 rekonstruiert. Darin sind heute eine Gaststätte und in der ehemaligen Brauerei ein kleines Theater aufzufinden. Gäste können die prunkvolle Hauseinrichtung des damaligen Bürgermeisters am besten bei einem Glas Wein auf sich wirken lassen.

Das Wulflamhaus in Stralsund. Bild: abrocke / flickr

Die St. Marien-Kirche ist die größte Pfarrkirche der Hansestadt Stralsund. 1928 wurde sie urkundlich das erste Mal erwähnt. Es ist die letzte bestehende dreischiffige Backsteinbasilika die sich im nordischen Raum befindet. 1382 wurde der ursprüngliche erbaute Teil der Kirche zerstört, Grund war der schlechte und somit instabile Untergrund auf dem die Kirche erbaut werden sollte. Zwei Jahre später begann man mit dem erneuten Aufbau.

Der Wiederaufbau des Gotteshauses besteht aus zwei Seitenhallen und einem sich in der Mitte bestehenden überragender Turm, zusätzlich fügte der Ingenieur vier kleine Türme dem Gesamtbauwerk hinzu. Drei Jahre waren die Handwerker am Turm selbst beschäftigt. 1485 wurde dieser mit Kupfer bedacht. Doch die extrem hohe Spitze stürzte 1495 während eines starken Sturmes vom Dach herunter, wurde aber so schnell wie möglich wieder auf das Dach montiert.

Die St. Marien-Kirche war mit der in den Himmel ragenden 151 Meter hohen Turmspitze ab dem Jahre 1625 eine Besonderheit, denn Sie durfte sich das höchste Gebäude der Welt nennen. Enorme Schäden fügte der Brand von 1647 der Kirche zu. Diese verlor neben der Höhe auch den Titel „höchste Pfarrkirche der Welt“.

Sankt Marienkirche in Stralsund. Bild: Carl-Ernst Stahnke / pixelio.de

Sehenswert ist die St. Marienkirche durch die gotischen Malereien, die aus dem 15. Jahrhundert heraus entstanden, sowie zahlreichen Grabkapellen mit ihren dazugehörigen Schwänen aus der Barockzeit. Ein Turmaufstieg mit Gewölbeführung ist ein Highlight der St. Marienkirche, denn es bietet sich von oben ein grandioser 360°-Ausblick.

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