Einzigartige Natur auf der Insel Vilm

Vilm ist eine sehr kleine Insel, die sich nur 37,7 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Sie liegt vor der Südküste in der Rügischen Boddenlandschaft, 20 km vom Festland entfernt und gehört zu der Stadt Putbus. Den wenigen Besuchern bietet sich eine einzigartige Natur auf dieser nur 2,5 km langen und 94 ha großen Insel. Sie ist vor 10.000 Jahren aus eiszeitlichen Moränen – einem von Gletschern transportierten Material – entstanden. Vor 3.000 Jahren spaltete sich diese von der Insel Rügen ab. Die unberührte Natur durfte sich in dieser langen Zeit ohne den Einfluss von Menschen frei entwickeln.

Vilm ist ein Paradies abseits des Massentourismus

Urwald auf der Insel Vilm.

Zu aktuellerer Zeit nutzte man die Insel bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts zur Holzgewinnung, der Inselwald ist damals stark beschädigt wurden. Im Jahre 1886 änderte sich der Ostseetourismus und es kamen immer weniger Badegäste auf die Insel Rügen. Daher entstand die Idee, von der Stadt Putbus aus, Badegäste auf die Insel Vilm zu befördern. Der ganze Trubel, der sich auf der Insel nun entwickelte, wirkte sich leider sehr negativ auf deren Ökosystem aus. Der hohe Ansturm von Touristen hat die Wildnis stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Artenvielfalt von mehreren bedrohten Tierarten brauchte viele Jahrzehnte um sich davon wieder zu regenerieren. 1936 ist die Insel Vilm als Naturschutzgebiet anerkannt worden. Das war zum Glück die Rettung für die einzigartige Flora und Fauna, ebenso für unzählige Vogelarten.

Seit Oktober 1990 ist Sie Bestandteil des Biosphärenreservates Südost Rügens. In der DDR war diese für Besucher genau aus diesem Grund unzugänglich. Eine Besonderheit ist, das hier alle Küstenformen der südlichen Ostsee vorzufinden sind. Die Buchenwälder welche auf der Insel Vilm wachsen, sind die ältesten Naturwälder Norddeutschlands. Baumriesen die so atemberaubend groß und geformt sind, dass jeder Sie gern berühren würde.

Umgestürzte Bäume werden hier nicht ausgeforstet, sondern zerfallen, geben dem Erdboden Kraft und erschaffen Raum für eine neue Generation in diesem lebendigen Organismus. Dieser Wald bietet in den Herbstmonaten eine besonders atemberaubende Farbenpracht des Blätterdachs der einzelnen Laubbäume. Jeder Besucher kann sich von der Einzigartigkeit bei einem Kurztrip auf der Insel Vilm selbst überzeugen. Die Insel Vilm ist eine Oase für alle Tierforscher aus aller Welt, weil sich den Forschern hier eine ungeahnt vielfältige Tierwelt bietet. Auch heute noch findet eine ständige “Inselumformung“ statt, in welcher die Insel Vilm sich an vielen Stellen verändert und neu entsteht.

Insel Vilm Reise Tipp

Die Natur auf Vilm bleibt vom direkten Einfluss durch Menschen verschont. Foto: Uwe Beier / pixelio.de

Es werden regelmäßig Rundführungen auf der Insel Vilm angeboten. Maximal 30 Personen dürfen täglich die Insel besuchen, um die Natur der Insel und deren Tierarten nicht zu stören. Wer an einer Überfahrt interessiert ist, kann sich am Lauterbacher Hafen (wo die einigen Überfahrten stattfinden) informieren. Ein Besuch auf der Insel lohnt sich vor allem für Freunde der Natur, die ursprüngliche Landschaft abseits des Einflusses vom Menschen schätzen. Hier gibt es weder Imbissbuden, Autoverkehr, noch Ballermann Atmosphäre wie um bekannte Mallorca Hotels – dafür Ruhe für die zahlreichen Tierarten und einzigartige, bleibende Eindrücke für die Besucher.

Wichtig ist zu wissen, dass das Begehen der Wege auf eigener Gefahr vorgenommen wird. Hunde können die Insel nicht mit erkunden. Ab einer Windstärke 6, egal zu welcher Jahreszeit, besteht die Gefahr herunterstürzender Äste – die Tour fällt damit aus.

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