Die Jaromarsburg auf Rügen – Kultstätte der Ranen

Viel sieht man von der einstigen Jaromarsburg leider nicht mehr – das wenige was es noch zu betrachten gibt, kostet meist noch ein kleines Eintrittsgeld. Hier lohnt sich ein Kombiticket für viele der Sehenswürdigkeiten um Kap Arkona. Im Laufe der Jahrhunderte haben Wind, Wasser, der poröse Boden aber leider vor allem Menschen einen Großteil des einstigen Burgwalls leider für immer zerstört. Trotzdem lohnt ein Abstecher zur einstigen Tempelburg ARKONA, nur wenige Minuten von den zwei Leuchttürmen und direkt gegenüber des Peilturms.

Jaromarsburg – einst religiöses Zentrum

Die Geschichte der Jaromarsburg bei Kap Arkona reicht weit in die Vergangenheit zurück. Sie war vom 6. bis ins 12. Jahrhundert eine Kultstätte des slawischen Stammes der Ranen und dem Gott Swantewit gewidmet. Dieser vierköpfige Kriegsgott war die oberste Gottheit der Ranen auf Rügen, sowie noch anderer Elb- und Ostseeslawen. Die Jaromarsburg liegt an der äußersten Spitze des Kaps und war von drei Seiten durch die Steilküste und von der Landseite durch einen 25 Meter hohen Burgwall geschützt. Im Innern des Walls lag ein Tempel, damals religiöses Zentrum der Slawen Mecklenburgs. Mit Beginn der der Christianisierung durch König Waldemar I. wurde die Burganlage und der Tempel zerstört. Was nicht zu dem neuen Glauben passte musste weichen, ähnlich radikale Vorgehensweisen waren damals an der Tagesordnung, leider. Geschichte und Glaube, die über Jahrtausende aus der Natur entstanden sind wurden innerhalb von wenigen Augenblicken ausgelöscht.

Urlaubsipp: Rügen Touristen mit Hang zur Geschichte sollten diesen Ort in aller Ruhe auf sich wirken lassen, in der Hochsaison nicht immer einfach wenn Massen die schmalen Wege in Anspruch nehmen (beachten Sie auch die nicht immer langsamen Pferdegespanne!). Hier sollte man den Besuch auf den Abend verschieben wenn viele Urlauber das Kap bereits wieder verlassen haben. Aber auch auch im Herbst oder Winter bieten sich eindrucksvolle Einblicke mit dem rauschenden Meer im Hintergrund – trauen Sie sich, es muß nicht immer die Hochsaison sein.

Sie sehen den Peilturm und rechts davor den Burgwall, wo einst die Tempelburg ARKONA gestanden hat.

1 Kommentar

  1. Monika NRW   •  

    Wir waren selbst schon soooo oft da oben bei Kap Arkona und es ist immer wieder schön. Irgendwie umgibt den Ort etwas magisches, ich kann es nicht wirklich erklären. Daß sich Künstler hier inspirieren lassen (und ließen) wundert mich kaum 🙂

    Vg Monika

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